VW KAEFER



798px-Bundesarchiv_B_145_Bild-F038794-0003,_Wolfsburg,_Volkswagen,_Rohkarossen_VW_KäferDer VW Käfer ist ein von 1938 bis 2003 von der heutigen Volkswagen AG produziertes Automodell und war bis Juni 2002 mit über 21,5 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Automobil der Welt, bevor ihn der VW Golf übertraf.

Die New York Times benutzte am 3. Juli 1938 in einem Artikel möglicherweise zum ersten Mal die Bezeichnung „Käfer“, welche die Vision von „Tausenden und Abertausenden von glänzenden kleinen Käfern, die bald die deutschen Autobahnen bevölkern werden“, ausmalte. Offiziell hieß das Auto jedoch „KdF-Wagen“. In Deutschland setzte sich die Bezeichnung „Käfer“ erst zur Abgrenzung gegen das 1961 erschienene Stufenheck-Modell VW 1500 (Typ 3) allgemein durch.


GESCHICHTE

Die Ursprünge des VW Käfer gehen auf staatliche Bestrebungen des nationalsozialistischen Deutschland zur Schaffung eines für breite Bevölkerungsschichten erschwinglichen „Volkswagens“, zurück.

Der KdF-Wagen wurde vor dem Krieg nicht mehr in Serie produziert, die serienmäßige Produktion des Volkswagens begann erst im Sommer 1945. Ab 1946 konnte der VW mit Bezugsschein zum Preis von 5000 Reichsmark auch privat gekauft werden (entspricht einem heutigen Gegenwert von 17.000 Euro).

Mit dem Export in viele Länder und infolge des sogenannten deutschen Wirtschaftswunders, für das der Volkswagen symbolhaft stand, erreichte die Käfer-Produktion in Wolfsburg und zahlreichen Produktions- und Montagewerken in aller Welt ungeahnte Höhen.

Mit Beginn der Produktion des Nachfolgers VW Golf endete die Käfer-Fertigung in Wolfsburg Mitte 1974; das Werk Emden baute die Käfer-Limousine bis Anfang 1978 weiter. Danach wurde der Wagen nur noch in Mexiko und Brasilien hergestellt und bis 1985 in Deutschland von VW angeboten. Die Produktion des Cabriolets bei Karmann in Osnabrück endete bereits im Januar 1980. Im Juli 2003 lief in Mexiko der letzte weltweit gebaute Käfer vom Band.

Insgesamt wurden 21.529.464 VW Käfer hergestellt; davon entstammen knapp 15,8 Millionen Stück (darunter etwa 330.000 Cabriolets) der deutschen Produktion.

Die Nachkriegszeit

Der Erfolg des VW-Käfers begann in der Nachkriegszeit. 1945 bekam der Produktionsstandort, den Namen Wolfsburg. 1946 wurde der erste Käfer ausgeliefert (Standardlimousine, Typ 11 „Brezelkäfer“). MHV_VW_Käfer_Typ_82_02Am 5. August 1955 wurde der einmillionste Käfer gebaut.

VW-Chef Nordhoff setzte konsequent und zunächst erfolgreich auf die Weiterentwicklung des Modells. Am deutlichsten waren die Veränderungen der Karosserie in den Jahren bis 1967: 1953 wurde das geteilte Rückfenster des „Brezelkäfers“ durch ein einteiliges Ovalfenster ersetzt, dem 1957 ein größeres rechteckiges Heckfenster folgte. Dieses wurde 1963 erneut vergrößert. 1964 bekam der Käfer größere Fenster rundum mit erstmals etwas gewölbter Frontscheibe und 1967 aufrecht stehende Scheinwerfer, kastenförmige, höher angebrachte Stoßstangen und größere Rückleuchten. Im selben Jahr kam auch der neue VW 1500 mit Halbautomatik und hinterer Schräglenkerachse auf den Markt, dem 1968 der VW 1300 Automatic folgte. Ab 1967 hatten die Volkswagen (außer dem VW 1200) auch eine Bordspannung von 12 Volt.

Die 1970er- und 1980er-Jahre

Den technischen Höhepunkt der Käferentwicklung in Deutschland markiert das im August 1970 erschienene Modell 1302. Ein längerer Vorderwagen mit MacPherson-Federbeinen, im Kofferraumboden verborgen liegendes Reserverad, Schräglenker-Hinterachse, die es vorher ausschließlich in den Automatik-Käfern gab, und ein 37-kW-Motor im S-Modell waren die Merkmale des 1302.

Zum Modelljahr 1973 wurde der 1303 eingeführt, dessen Technik dem des 1302 entsprach. Das Modell 1303 erhielt eine weit nach vorn gewölbte Windschutzscheibe. Außerdem gehörte eine Lüftungsanlage mit zweistufig regelbarem Gebläse zur Ausstattung.

Der letzte Käfer aus Wolfsburg lief am 1. Juli 1974 nach 11.916.519 dort produzierten Exemplaren vom Band. Die Produktion wurde auf den VW Golf umgestellt. Gleichzeitig stellte VW in Deutschland die Weiterentwicklung des Käfers ein.
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Neben der Produktion des VW 1303 als Cabrio bei Karmann in Osnabrück wurden die auf dem Urkäfer basierenden Sparversionen VW 1200 und VW 1300 in anderen Werken weitergebaut. Die letzte Käfer-Limousine aus europäischer Fertigung lief am 19. Januar 1978 in Emden in der Farbe Dakotabeige vom Band.800px-Kaefer_Cabrio_Langen

Die für den deutschen Markt bestimmten Käfer kamen fortan aus Mexiko. Sie wurden in der altbewährten, aber besser ausgestatteten Version 1200 L (Luxus) mit 25 kW angeboten, die unter anderem wieder mehr Chromschmuck zierte. Die Käfer aus Mexico wiesen gegenüber dem letzten deutschen Modell nur einige kleine Unterschiede wie eine kleinere Heckscheibe und das Fehlen einer Innentasche in der Fahrertür auf.

Bis 1985 gab es einige Käfer-Sondermodelle in limitierter Zahl. Die letzte offizielle Lieferung von Käfern aus Mexiko für Deutschland traf am 12. August 1985 in Emden ein. Die Volkswagen AG nahm den Käfer aus dem deutschen Vertriebsprogramm. In den folgenden Jahren boten freie Importeure wieder Käfer aus mexikanischer Produktion an.

1990 bis zum Produktionsende 2003Käfer

Die Handelskette Rewe sorgte im Juli 1995 für Furore, als sie von einem freien Importeur gelieferte Käfer in Deutschland in ihren Supermärkten anbot. Im Juni 1996 folgte der Baumarkt Praktiker.

Die Produktion des Käfers wurde am 30. Juli 2003 endgültig eingestellt. Der letzte von 21.529.464 gebauten Käfern ist im Museum der Autostadt Wolfsburg ausgestellt.


MODELLE

 

    • Varianten im Zweiten Weltkrieg (u.a. „Kübelwagen“ Amphibienfahrzeug)

 

    • Typ 51 (1945–1946)

 

    • Standard- und Export-Modell (1946–1960)

 

    • VW 1303 (1972–1975)

 

    • VW 1200 (L) (1974–1985)

 

    • VW 1600 (i) (1985–2003)

 

    • Cabrios

 

    • Sondermodelle

 



BASTLERFAHRZEUG

Der Käfer war wegen seiner simplen Bauweise stets Objekt für Umbauten und Tüfteleien. Diese zielten vielfach darauf ab, die Motorleistung und Geschwindigkeit zu erhöhen. Geschah dies in den 1960ern noch durch Verwendung anderer Kolben und Zylinder, wurden gerne Motoren aus anderen Fahrzeugen eingebaut. Dadurch ergaben sich respektable Oftmals wurde der baugleiche Motor des Porsche 914 mit 2 Liter Hubraum und 73,5 kW Nennleistung verwendet. Wegen seiner einfachen Technik war der Käfer ein idealer Bastlerwagen. Viele Änderungen wie zum Beispiel der Einbau von Porsche-Felgen und Porsche-Bremsanlagen waren ohne Schwierigkeiten möglich.

Auf dem Käfer-Chassis baute VW später unter Mitbenutzung von Teilen des Typ 2 und des Typ 3 (VW 1500/1600-Serie) den Kastenwagen oder Post-Lieferwagen 147, der unter dem Spitznamen „Fridolin“ bekannt wurde und heute ein begehrtes800px-Bugatti_HAZ_Kitcar_1988_2 Oldtimerfahrzeug ist. Vom 147 wurden von 1963 bis 1974 insgesamt 6123 Exemplare hergestellt.

Auf dem Käfer baute ferner der viertürige offene Mehrzweckwagen VW 181 auf, in den USA als „Volkswagen Thing“ vermarktet. In den späten 1960er-Jahren, zur Zeit des Pop- und kalifornisch geprägten Hippie-Lebensstils, kamen die Buggys auf. Dies waren umgebaute Käfer mit Kunststoff-Karosserien, die sich aus den Rennfahrzeugen entwickelt hatten.


zum vollständigen Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/VW_K%C3%A4fer


Weiterlesen:

Kuriose Geschichten zum Käfer

Vor 30 Jahren starb der deutscheVW-Kaefer

Patrick Lesueur: Mythos VW Käfer. Heel Verlag, Königswinter,
ISBN 978-1-4054-8111-3.



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